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Lagerverkauf

Date Added: October 26, 2009 05:18:49 PM
Author: admin
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Allgemeine Informationen über Lagerverkauf

Lagern ist ein Begriff den Otto Normalverbraucher eigentlich eher aus der Vergangenheit kennt. Bis vor wenigen Jahrzehnten war das sogenannte Einlagern noch geläufig. Insbesondere Lebensmittel wurden für schlechte Zeiten haltbar gemacht und eingelagert. Lagerbestände wurden immer wieder ausgetauscht und aufgefüllt.

Auch alle anderen Waren, von denen ein Mangel zu erwarten war, wurden langfristig aufbewahrt und gelagert, denn beinahe alles konnte plötzlich zur Mangelware werden. Viele Menschen kennen Konflikte mit den Großeltern oder Eltern über Dinge, die gelagert und aufgehoben werden sollen. Junge Menschen sehen diese Notwendigkeit logischerweise nicht mehr. Heutzutage hat Lagerung den Charakter von Geldverschwendung. Alle, in jedem Fall alle lebensnotwendigen Waren sind in Deutschland unkompliziert und zu jeder Zeit zu haben.

Die Notzeiten des Krieges liegen so lange zurück, dass die Werte eine grundlegende Veränderung erfahren. Güter werden weniger aufbewahrt, sondern eher ausgetauscht, sie sind ersetzbar geworden.

 

Das Lagern spielt im Privatleben nur noch kurzfristig eine Rolle und ist ein in erster Linie wirtschaftlicher Begriff geworden. Gelagert werden Waren, die verkauft werden sollen oder Waren, die sich nicht verkaufen lassen.

Das Lager dient in der Regel nicht als Verkaufsort, in Ausnahmefällen jedoch schon. Werden Waren besonders preiswert angeboten, geschieht dies aber gern direkt ab Lager, das spart die Kosten für Transport und Vertrieb und zieht Kunden magisch an.


Vor Ort

Es gibt unterschiedliche Arten, Waren ab Lager anzubieten. Dazu zählen der imageträchtige Fabrikverkauf, der vor allem auf eine starke Bindung zwischen Marke und Kunden setzt und die so genannten Outletcenter, die kostengünstig die Angebote verschiedener Anbieter bündeln und sich momentan zu einer echten Ausflugsalternative entwickeln. 

Der Lagerverkauf findet am Standort des Lagers statt, der meist mit dem Produktionsstandort identisch ist. In einfacher Atmosphäre werden die Waren zu einem für Kunden und Produzenten vorteilhaften Preis angeboten. Der Vorteil ergibt sich aus den eingesparten Kosten für Fracht und Vertrieb, sie werden auf den Preis umgeschlagen. Kunden von nah und fern fühlen sich von diesen Sonderpreisen angezogen, oftmals so stark, dass sie vergessen, das Einsparpotenzial und die Fahrtkosten gegenüberzustellen. 

 

Der Lagerverkauf ist sozusagen ein Nebenmarkt für Produzenten, er bietet die Möglichkeit fehlerhafte Waren, Retouren und Ladenhüter doch noch an den Mann oder die Frau zu bringen. Auch Auslaufmodelle, die sich auf dem ersten Markt nicht mehr positionieren lassen, werden über diesen Weg und zum günstigen Preis häufig noch überraschend gut vertrieben.

 

In besonderen Fällen sind Verkaufsraum und Lager identisch, meist wird jedoch in einem zusätzlichen Raum verkauft. Die Lageratmosphäre vermittelt zwar das unmittelbare Schnäppchengefühl, doch in einem eigenen Lagerladen hat der Produzent die Möglichkeit auf die Präsentation stärker Einfluss zu nehmen und das eigene Image zu unterstreichen. Das Sonderangebot Lagerverkauf soll nämlich nicht zu einem Imageverlust führen, sondern trotz und gerade durch den günstigen Preis die Verbindung zwischen Produzenten und Kunden stärken.


Online

Seit circa 10 Jahren schleicht sich das Internet in die Lebenswelt der Kunden. Schnell wurde es als Vermarktungsplattform entdeckt, heute kann man beinahe jede Ware über das Internet ordern oder man findet zumindest den entsprechenden Kontakt. über Blogs und Foren tauschen sich Käufer über Produkteigenschaften, Vor- und Nachteile von Produktionsstandorten und Produzenten aus.

 

Der Onlinevertrieb hat ähnliche Vorteile wie der klassische Lagerverkauf. Die Onlinepräsentation ist ausgesprochen preisgünstig, ein Ladengeschäft mit zusätzlichem Verkaufspersonal wird nicht benötigt. Die Ware wird online einmal vorgestellt und verbleibt dann bis zum Verkauf im Lager. Die Kosten für Fracht werden in diesem Fall, adäquat zum Vor-Ort-Verkauf auf die Kunden umgelegt, sie zahlen meist eine Transportpauschale. Ob dies günstiger ist als eine eventuell langwierige Anfahrt muss im Einzelfall entschieden werden.

 

Viele Webseiten sammeln Informationen rund um Lagerverkäufe. Außerdem werden auch offline zahlreiche Ratgeber zu eben diesem Thema angeboten. Sie bieten umfassende Informationen, Adressen und Vergleichsmöglichkeiten. Der Kundenstamm, der dieses Schnäppchenpotenzial bevorzugt nutzt, tauscht sich gern über die unterschiedlichen Einsparpotenziale aus. In den entsprechenden Onlineforen kann auch der unbedarfte Nutzer diesbezügliche Fragen stellen.

 

Auch beim Onlinelagerverkauf gelten die Bedingungen des Standortverkaufs. Die Homepageumgebung sieht in der Regel relativ einfach und überschaubar aus, um den Schnäppchencharakter zu unterstreichen. An diese Prämisse halten sich fast alle Anbieter.


Waren


Prinzipiell ist natürlich keine Warengruppe vom Lagerverkauf ausgeschlossen. Und fast jeder erfolgreiche Produzent nutzt dieses probate Mittel um alte Waren an den Mann zu bringen. Schließlich hat niemand etwas davon, wenn solcherlei Waren eingestampft werden müssen, denn dadurch entstehen ja noch zusätzliche Kosten.

Hersteller müssen bei der Einrichtung eines Lagerverkaufs jedoch vieles beachten, denn in Deutschland herrschen, die Werbung betreffend, strikte Regeln. Grundsätzlich dürfen alle im Sinne des Marketings getroffenen Maßnahmen den Käufer nicht in die Irre führen, sonst besteht die Gefahr einer Abmahnung für den Verkäufer.

Ein Lagerverkauf lässt den Kunden an ein besonders günstiges Angebot denken, deshalb darf mit diesem Begriff nicht einfach für irgendein Angebot geworben werden. Es muss sich tatsächlich um den Verkauf aus einem Lager heraus handeln. Gerade bei solch einem Angebot gehen Kunden davon aus, dass ein beträchtlicher Vorrat der angebotenen Artikel vorhanden ist. Ist dies nicht der Fall, riskiert der Verkäufer ebenfalls eine Abmahnung.

Auf ausgehende Lagerbestände muss in der entsprechenden Werbung ebenso ausdrücklich hingewiesen werden, wie auf die Tatsache, dass so genannte B-Waren im Angebot sind.

 

Der Gesetzgeber sieht vor, dass die angepriesenen Artikel noch für zwei Tage vorrätig sein müssen, deshalb muss die voraussichtliche Nachfrage bei der Marketingplanung unbedingt bedacht werden.


Fehlerhafte Waren

In jedem Produktionsprozess passieren Fehler, die sich im Zweifelsfall auch auf das produzierte Gut auswirken. Häufig sind die Fehler jedoch nicht gravierend und beeinträchtigen zwar die Optik, nicht jedoch die Funktion der Produkte. Gingen solche Waren in den regulären Verkauf, würden sie das Image der Marke beschädigen. Sie einzustampfen, bedeutet jedoch nicht nur Umsatzeinbußen, sondern zusätzlichen Aufwand und zusätzliche Kosten.

Viele Menschen nehmen aus Kostengründen kleinere Produktionsmängel in Kauf. Manche Fehler beispielsweise an Kleidungsstücken sind so minimal, dass sie für Otto Normalverbraucher nicht ins Gewicht fallen.

 

Die Mängel sind meist optischer Natur, nur in seltenen Fällen ist der Funktionsumfang beeinträchtigt. Auch diese Produkte lassen sich unter Umständen verkaufen, wenn der Kunde über den Mangel ausreichend informiert wird. Die Ware muss dann entsprechend deklariert sein. Liegen weit reichende Mängel vor, werden solche Artikel jedoch trotzdem nicht verkauft, sondern eher entsorgt, da ein Verkauf dann nur Imageverluste zur Folge hätte.

Kommt der Verkäufer seiner Hinweispflicht nicht nach, so hat der Kunde natürlich das Recht auf Reklamation und kann dieses im Zweifelsfall auch einklagen. Da die meisten Hersteller bestrebt sind, ein harmonisches Verhältnis zum Kunden zu pflegen, wird der Klageweg nur selten beschritten.

 

Trotz offensichtlicher Mängel sind die Preise oft nicht so günstig, wie sich die Schnäppchenjäger das wünschen würden. Kein Hersteller möchte seine Waren verschenken, sondern trotz Mängeln noch den höchstmöglichen Gewinn erzielen.


Auslaufmodelle

Viele Menschen sind heutzutage sehr modebewusst, der so genannte neueste Schrei muss einfach immer im Schrank befindlich sein. Doch dieses Modebewusstsein kann sich nicht jeder leisten. Wer ihm trotzdem nachgeben möchte, greift deshalb besonders gern zu der Ware der vergangenen Saison. Die ist jedoch in den schnelllebigen Zeiten nicht leicht zu bekommen. Kollektionen werden zu Saisonanfang in der Regel komplett ausgetauscht und sind so im regulären Verkauf nicht mehr erhältlich. Im Lager sind sie noch über diese Zeit hinaus zu haben. Auslaufmodelle unterscheiden sich nicht selten nur im Aussehen, nicht jedoch in ihren grundlegenden Eigenschaften von der aktuellen Ware.

 

Obwohl zahlreiche Produkte erhältlich sind, erreicht eine Vielzahl von Neuerungen und Entwicklungen gar nicht erst den Markt. Solche Musterproduktionen sind nicht nur bei Sammlern heiß begehrt. Durch ihren Abverkauf kommt auch der durchschnittliche Kunde hin und wieder an topaktuelle Einzelstücke. So besteht die Möglichkeit, ein einzigartiges Produkt zu erwerben.

 

Gelegentlich sind außerdem Vorführmodelle im Angebot. Diese werden jedoch in der Regel bereits durch den Wiederverkäufer abgesetzt. Im übrigen, auch Wiederverkäufer und Händler veranstalten, im Kleinen, Lagerverkäufe. Dann allerdings nicht über das Internet und nicht so offensiv beworben. Informationen über solche Aktionen findet man nur in der eigenen Region, meist über die Tagespresse.


Lebensmittel

Lebensmittel zählten lange Zeit zu den Exoten im Lagerverkauf, denn sie sind nur begrenzt lagerfähig. Lebensmittel sind, wie der Name schon sagt, dazu gedacht früher oder später von Menschen verzehrt zu werden und unterliegen deshalb besonders strengen Vorschriften. Dem Käufer am bekanntesten ist vermutlich die Festlegung des Mindesthaltbarkeitsdatums, das zum Zeitpunkt des Verkaufs nicht überschritten sein darf.

 

Der Verbraucher legt zunehmend Wert auf frische und ökologisch produzierte Produkte, gleichzeitig zeigen Untersuchungen, dass immer mehr Verkäufe (auch von Lebensmitteln) über das Internet getätigt werden. Die Käufer sind also offen für ungewöhnliche und moderne Verkaufskonzepte. Trotz des sich entwickelnden Gesundheitsbewusstseins und der steigenden Bedürfnisse der Käufer bestimmt ein weiterer Aspekt die Verkaufsentscheidung in hohem Maße – der Preis. Deshalb eignen sich insbesondere preislich höher angesiedelte Markenwaren für den Lagerverkauf. Markenwaren sind teurer als Discountprodukte, und werden vom Verbraucher als höherwertig begriffen. Schnäppchen im Lagerverkauf lassen sich nur wenige Konsumenten entgehen.

 

Es bestehen beim Lagerverkauf Einsparmöglichkeiten von bis zu 80 Prozent. Oft werden auch größere Packungsmaße oder so genannte Bruchwaren angeboten. Natürlich sollte man trotzdem immer preisbewusst einkaufen. Manches vermeintliche Angebot findet man als Sonderangebot im regulären Verkauf günstiger, wenn der Anbieter eine besonders rigide Preispolitik betreibt.


Ungewöhnliche Produkte

Hohe Lagerbestände müssen abgebaut werden, denn Lagerung kostet Geld. Auch wenn die Umsätze steigen, mindern Zusatzkosten wie beispielsweise Lagerkosten den Gewinn eines Unternehmens. Solche Kosten für Räumlichkeiten, Logistik und Personal liegen häufig in Größenordnungen, die sich der einfache Kunde kaum vorstellen kann. Um solche Lagerbestände abzubauen, muss die Nachfrage gesteigert werden. Das am besten funktionierende Mittel dafür ist natürlich die Preissenkung.

 

Um viele Kunden zu erreichen, lassen sich Unternehmen ausgefallene Marketingaktionen einfallen. Echte Sonderangebote, rapide Preissenkungen für kurze Zeit, sollen Kunden locken und Aufmerksamkeit erregen.

Die Vielfalt an Produkten ist natürlich nicht weniger groß als die Zahl an Anbietern insgesamt. Es gibt kaum ein Produkt, das nicht auch via Lagerverkauf angeboten wird. Mit Bekleidung überrascht man niemanden, genauso wenig wie mit Elektrogeräten. Auch Schokolade oder Wurst ist grundsätzlich nicht mehr ungewöhnlich.

 

Spielzeug, Teppiche, Fahrräder, Porzellan, auch Autos werden ab Lager verkauft. Anbieter und Kunde treffen hier einvernehmlich aufeinander und generieren gemeinsam Umsatz zum günstigen Preis. Auch Kerzen oder Dessous und, wenn sollte es wundern, sogar Erotikartikel werden ab Lager verkauft. Linkshänderartikel, alles aus Hanf, es gibt inzwischen für beinahe jede Nische das entsprechende Produkt. Gibt es keins, ist es nur eine Frage der Zeit, bis ein Produzent die Nische erkennt und versucht aus seinem Wissen Profit zu schlagen.


Angebot und Nachfrage


Alle Kalkulationen, die den Lagerverkauf betreffen, beruhen natürlich auf den Gesetzen von Angebot und Nachfrage. Ziel ist das so genannte Marktgleichgewicht, bei dem Angebot und Nachfrage in harmonischem Gleichgewicht sind. Dabei handelt es sich jedoch eher um einen idealen Zustand, der gar nicht oder nur für einen kurzen Zeitraum zu erreichen ist. Jeder Markt ist dynamisch, auch eine ausgeglichene Marke ist von so vielen unterschiedlichen Variablen abhängig, dass ihr Standort am Markt sich zwar beeinflussen, aber nicht steuern lässt.

 

Ist die Nachfrage größer als das Angebot, entsteht ein so genannter Nachfrageüberhang. Das Produkt ist für die potenziellen Kunden so attraktiv, dass die produzierte Menge nicht ausreicht. Nun steigert der Anbieter in der Regel die Produktion, um der Nachfrage gerecht zu werden, häufig wird in diesem Zuge auch der Preis des Produktes angehoben, um die Gewinnmarge zu erhöhen. Zu hohe Preise können die Nachfrage jedoch ins Stocken geraten lassen, dann werden die produzierten Chargen zunächst gelagert und später abverkauft. Entspricht das Angebot der Nachfrage, herrscht das angesprochene und angestrebte Gleichgewicht.

 

Je größer das Angebot auf dem Markt ist, desto geringer sind die Preise für den Endverbraucher. Steigt die Nachfrage, steigen auch die Preise. Doch auch bei hohen Preisen ist der Abverkauf von Retouren, B-Waren etc. immer ein guter Grund für einen Lagerverkauf.


Schnäppchen

Der Preis ist ein wichtiges Zeichen für den materiellen und ideellen Wert eines Produkts. Häufig nachgefragte Produkte sind in der Regel teuer also solche, die keine Abnehmer finden. Während häufig nachgefragte Produkte im Preis steigen, sinkt der Preis von Gütern, für die es keine Nachfrage gibt – durch die Preissenkung soll die Nachfrage gesteigert werden. Ein niedriger Preis ist für Kunden ein besonders starker Kaufanreiz, der mit dem Markenimage und der Produktqualität oft genug in Konkurrenz steht.

 

Die Preispolitik einzelner Unternehmen unterscheidet sich grundlegend. Während die einen ihre Gewinne über besonders hohe Qualität erzielen, legen die anderen Wert auf den Verkauf einer möglichst großen Stückzahl. Für manche ist der Preis der einzige grundlegende Kaufanreiz, der auch das Unternehmensimage ausmacht. Andere verbinden Image und Preis in Hochwertigkeit.

 

Der wichtigste Faktor der Preispolitik ist in jedem Fall die Preisuntergrenze, bis zu der ein mehr oder weniger wirtschaftlicher Verkauf des Produktes möglich ist. Im Lagerverkauf wird diese Grenze hin und wieder gestreift, das hängt von der Kalkulation des Anbieters ab. Unterschritten wird sie nur in Ausnahmefällen und diese Ausnahmen gehen nicht selten mit einer Insolvenz des Herstellers einher.

Ob ein niedriger Preis wirklich immer ein Schnäppchen bedeutet, ist nicht immer garantiert. Man sollte den eigenen Bauch oder besser den gesunden Menschenverstand rechtzeitig befragen.


Ladenhüter

Den Preis zu senken und Produkte der eigenen Palette auch über Lagerverkauf anzubieten, kann unterschiedliche Gründe haben. Die Preis- und Produktpalettenkalkulation hängt viel von den Kenntnissen des Marktes und einem Gespür für die Bedürfnisse der Kunden ab. Das Wort Gespür macht schon deutlich, dass auch in diesem wichtigen wirtschaftlichen Bereich nicht nur und nicht immer richtig nach Bilanzen entschieden wird. Stattdessen ist mit der Produktion immer auch ein Risiko verbunden, denn nur ganz wenigen Anbietern gelingt es, ihre Produkte schon vor der Herstellung zu verkaufen.

 

Ladenhüter sind Waren, die sich aus ganz unterschiedlichen Gründen nicht, oder nur sehr schwer verkaufen lassen. Sie entsprechen nicht der Qualität, die am Markt gefragt ist oder der Markt ist bereits gesättigt. Laderhüter gibt es in jedem Unternehmen, besonders plastisch ist der Umgang mit Ladenhütern im Buchhandel. Dort werden solche ganz offensiv einkalkuliert, denn die Zahl der Ladenhüter übersteigt in diesem Segment die Zahl der Bestseller bei Weitem. Bücher werden in der Hoffnung auf einen Bestseller produziert, nur jedes zehnte Buch ist jedoch tatsächlich einer. Alle anderen fahren Verluste ein, nähren jedoch die Hoffnungen ihrer Produzenten.

In der Regel wird mit der Herstellung auf die Größe des Absatzmarktes spekuliert. Häufig wird so lange produziert, bis dieser Markt gesättigt ist, dann entstehen überproduktionen, für die sich keine Käufer mehr finden. Darüber hinaus kann der sich weiter ausbreitende Hang der Konsumenten zu Moden und Trends zu ganz unterschiedlichen, unabsehbaren Marktentwicklungen führen.


Garantien


Auch Lagerverkäufe sind von den gesetzlich vorgeschriebenen Garantien und Gewährleistungsansprüchen nicht ausgenommen. Im Vergleich den üblichen Garantiefristen sind sie in diesem Fall jedoch in der Regel auf das gesetzliche Minimum reduziert.

 

Unnutzbarer Ramsch geht aufgrund dieser Regelung jedoch in den seltensten Fällen über den Ladentisch, denn das Reklamieren ist zu seiner Art Volkssport geworden, für den sogar schon Ratgeber geschrieben werden. Die Kunden sind immer besser informiert und riskieren sogar gerichtliche Auseinandersetzungen mit den Unternehmen. Einfacher ist es, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und zu pflegen, dann braucht es keine kostspieligen Prozesse.

 

Fehlerhafte Ware weist zwar kleinere Mängel in der Fabrikation auf, doch es handelt sich dabei meist um Schönheitsmängel. Die eigentliche Funktion des Produktes ist hingegen nur selten beeinträchtigt, trotzdem sollte man sich genau überlegen, ob man zu einem Artikel mit eingeschränkter Garantie greift. Ist es nicht vielleicht sinnvoller den vollen Preis zu zahlen und damit für einen längeren doppelte Zeit Garantien in Anspruch nehmen zu können?

 

Ein hochpreisiges elektrisches Gerät wird ohne Garantieanspruch nicht den Weg über den Ladentisch finden. Im Textilbereich haben die Hersteller bessere Möglichkeiten. In Konkurs- oder Räumungsverkäufen werden keine Garantien gewährt, da kein Hersteller mehr hinter den Produkten steht. Ob man bei einem solchen Angebot zuschlägt, sollte man sich also gründlich überlegen.


Adressen


Im Buchhandel finden sich einige Ratgeber mit ausführlichen Adressangaben zu Lagerverkäufen. Diese Ratgeber wurden schon Ende der 90er Jahre populär und werden in der Regel jährlich aktualisiert.

Inzwischen finden sich auch Internet zahlreiche Ratgeberseiten. Adressen, öffnungszeiten und weitere wichtige Hinweise werden hier auf dem aktuellen Stand gehalten. So ist ein typisches Kennzeichen des Lagerverkaufs, dass das Zahlen mit EC- oder Kreditkarte nicht möglich ist. Wer gut informiert ist, kann entsprechend Bargeld mitbringen. Auch über die Qualität und Quantität der Waren und die Leistungen des Verkaufspersonals werden Einschätzungen abgegeben. Die Besonderheit des Internets, man kann hier auch Fragen stellen, freundliche User werden diese beantworten.

 

Der Besuch von Lagerverkaufsstandorten hat sich zu einem regelrechten Volkssport entwickelt. Oftmals wird er mit einem größeren Ausflug oder gar der Urlaubsplanung verbunden, da die bevorzugten Standorte ja auch nicht immer in unmittelbarer Wohnortnähe liegen. Ob sich der Aufwand lohnt weite Strecken in Kauf zu nehmen, um einen Lagerverkauf zu erreichen, muss man aufgrund der zur Verfügung stehenden Informationen entscheiden. Oft trägt jedoch auch ein bisschen Abenteuer- und Schnäppchenlust zur Entscheidung bei.

Trotz der Aktualität der Informationen sollte man sich vor Fahrantritt immer persönlich absichern, ob der Lagerverkauf tatsächlich so stattfindet, ein Griff zum Telefonhörer kann eine Menge ärger ersparen.


Marketing


Um Produkte zu verkaufen, werden von den Unternehmen bestimmte Marketingstrategien verfolgt, das gilt auch für den Sonderfall Lagerverkauf. Auch Lagerverkäufe müssen beworben werden. Da auf Lagerverkäufen jedoch nicht das Hauptaugenmerk des Unternehmens liegt und hier zweifelsohne nicht die höchsten Umsätze und Erträge erzielt werden, steht für diesen Bereich meist nur ein geringes Budget zur Verfügung, gerade weil dieser meist eher durch die Hintertür stattfindet und einiges Insiderwissen voraussetzt.

 

Das Marketing wirkt dementsprechend meist sehr simpel handgemacht und hat wenig mit dem aktuellen Möglichkeiten der Werbestrategen zu tun. Lagerverkäufe stehen nicht selten der bestehenden Corporate Identity des Unternehmens konträr gegenüber. Wer teure Elektronik verkauft, bewirbt nicht den offensichtlichen Vertrieb mängelbehafteter Waren oder Ladenhüter, da dies sein Image beschädigen würde.

Alle in Aktionen umsetzbaren Mittel des Marketings werden im so genannten Marketing-Mix zugefasst. Dazu gehören das Produkt, dessen Preis, die Werbung und der Vertrieb. Im Fall des Lagerverkaufs handelt es sich um eine wenig begehrte Ware, die auf dem Hauptabsatzmarkt keine Käufer findet. Dieser kleine Teil an Waren wird mit entsprechend kleinem Budget beworben. Der Vertriebsweg ist aus Herstellersicht enorm kurz und deshalb kostengünstig. Diesen Preisvorteil in Kombination mit einer minimierten Gewinnmarge gibt der Hersteller an den Kunden weiter, um die Waren dennoch abzusetzen.


Vorteile für die Marke

Hätte diese Art des Verkaufes für den Produzenten keine Vorteile, würde er nicht zu diesem Mittel greifen. Der Lagerverkauf gehört zum Alltagsgeschäft aller namhaften Hersteller. Es handelt sich um einen individuellen Absatzmarkt mit allen Eigenheiten, der von vielen Herstellern gern genutzt wird.

Neben der Möglichkeit überproduktionen, Retouren und B-Waren abzubauen, nutzen viele Hersteller auch die Chance ihr Unternehmen zu präsentieren und beim Kunden ein Markenbewusstsein aufzubauen. Deshalb unterhalten viele Unternehmen nicht nur einfache Lagerverkäufe, sondern regelrechte Markenshops in denen günstige Preise mit umfassenden Informationen über das Unternehmen kombiniert werden. In Ausnahmefällen erhalten Kunden sogar Einblick in die Produktionsabläufe.

 

Lagerverkäufe werden besonders häufig von so genannten Schnäppchenjägern frequentiert. Sie haben in der Regel ein ausgeprägtes Modebewusstsein, dass jedoch für Trendprodukte allgemein und nicht eine bestimmte Marke gilt. Hier liegt ein Potenzial, dass sich engagierte Anbieter zunutze machen. Sie wollen die Kunden binden und zu Stammkunden machen. Der günstige Preis ist das Einstiegsargument, um von der guten Qualität zu überzeugen. Auch im Lagerverkauf finden sich die üblichen Kundenbindungsinstrumente wie Rabatte, Couponing, Kundenkarten etc.

 

Jeder Kontakt mit dem Kunden bietet die Chance vom eigenen Sortiment zu überzeugen, auch wenn es ein Kontakt auf diesem Billigsektor ist. Dienstleistung und Service sollten deshalb nie außer Acht gelassen werden, auch wenn die Gewinnmarge gering ist.


Vorteile für die Kunden

Lagerverkäufe versprechen den Kunden einen großen Preisvorteil. Dabei ist dieser oft gar nicht so ausgeprägt wie angenommen, zumal ein regelrechter Lagerverkaufstourismus existiert, der mit relativ hohen Fahrtkosten einhergeht. Diese hohen Kosten minimieren das Einsparpotenzial. Es muss also weitere Gründe geben, die Kunden zu diesen Angeboten locken.

 

In Deutschland herrscht eine ausgeprägte so genannte Schnäppchenmentalität, Sonderangebote sind heiß begehrt und werden häufig aggressiv beworben. Die Werbung ist, in den richtigen Händen, ein sehr mächtiges Instrument und so bleibt von manchem beworbenen Schnäppchen in der Realität wenig übrig. Die Kundschaft hinterfragt die Werbemaschinerie jedoch nur wenig.

 

Die Frage, wie der Kunde ein Produkt einschätzt, ob er bereit ist viel oder nur wenig Geld dafür auszugeben, hängt entscheidend vom Kundennutzen des Produkts ab. Dazu gehören messbare, aber auch emotionale Aspekte. Image, Einzigartigkeit und Spaß beim Einkauf haben großen Einfluss auf die Kaufentscheidung.

Mit Hilfe des Marketings lassen sich dem Kundenvorteile hervorragend darstellen oder aber auch nur der Schein eines Vorteils erwecken. Nicht jedes Produkt bietet den dargestellten Nutzen wirklich. Gerade aufgrund der Macht aggressiver Werbung sollten Kunden das Image von Produkten besonders gründlich hinterfragen.

Auf dem richtigen Weg sind Unternehmer, die die Bedürfnisse ihrer Kunden nicht nur ernst nehmen und befriedigen, sondern sogar übertreffen wollen. Gelingt es den Kunden zu beeindrucken, wird er von selbst Marke und Produkt weiterempfehlen. Kostengünstiger und effektiver funktioniert kein Marketinginstrument.


Der Kaufrausch und seine Folgen

Lagerverkäufe bieten ein enormes Schnäppchenpotenzial und sind entsprechend gut besucht. Ob man jedoch wirklich ein Schnäppchen macht, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Der Preis ist nicht die einzige bedeutende Eigenschaft eines Produktes und sollte nicht der einzige Grund für eine Kaufentscheidung sein.

Vieler Lagerverkaufstouristen lassen sich zu rauschartigen Einkaufsorgien verleiten, ohne Produkt oder Preis tatsächlich zu hinterfragen. Da für viele Kunden das Label Markenprodukt eine besondere Bedeutung hat, wird ohne nachzudenken zugegriffen und die Produktqualität oft nicht einmal überprüft. Prestigekäufe sind keine Seltenheit und ein häufiger Anlass, Lagerverkäufe zu besuchen. Gleichwertige, günstigere Produkte werden als Alternative nicht in Betracht gezogen. Ob eine solche Kaufentscheidung richtig oder falsch ist, darüber lässt sich nicht urteilen, sie ist natürlich jedem Käufer selbst überlassen.

 

Der so genannte Kaufrausch ist jedoch im Grunde ein zwanghaftes Verhalten und kann krankhafte Züge annehmen, auch wenn dieser Begriff im alltäglichen Gebrauch häufig positive Interpretationen findet.

Rauschhaftes Verhalten hat manches Mal einen Kater zur Folge. Bei der kurzfristigen Vergnügung sollte man den bevorstehende Kater jedoch nicht vergessen und sich dem Rausch nicht zu häufig hingeben, sonst beeinflusst er irgendwann das ganze Leben. Nach Expertenschätzungen leiden in Deutschland ungefähr eine halbe Million Menschen an einem Kaufzwang. Für Betroffene ein schweres Schicksal, das nicht selten den finanziellen Ruin zur Folge hat.


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